22.02.2019 / Allgemein / /

Kandidaten schärfen das CVP-Profil

Die CVP schickt im Herbst dreizehn Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen für den National- und Ständerat – darunter mit Ständerätin Brigitte Häberli und Nationalrat Christian Lohr die zwei erfolgreichen Bisherigen. Vor über 200 Delegierten und Gästen schärfte Parteipräsident Gerhard Pfister im Casino Frauenfeld die Konturen der CVP, die als einzige Partei „die Schweiz zusammenhält“. Kantonalpräsident Paul Rutishauser gab als Zielmarke für die Wahlen „Anteil halten und ausbauen“ aus.

Armin Menzi

Der prominenteste Gast des Abends hatte sich gleich selber eingeladen: „Ich will bei allen Nominationsversammlungen dabei sein“, gestand Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz und schmunzelte. Erst recht im Thurgau: „Die Thurgauer CVP zählt zu den aktivsten im ganzen Land“, meinte er auch mit Blick auf die jüngsten Erfolge bei den Kommunalwahlen – und nannte namentlich den neuen Arboner Stadtpräsidenten Dominik Diezi oder die Gemeindepräsidenten René Bosshart (Fischingen), Matthias Küng (Aadorf), Kilian Germann (Bürglen) oder das Comeback von Anita Dähler als Gemeindepräsidentin von Mammern.

Mit den zwei bestens besetzten Kandidatenlisten müsse es auch gelingen, die Werte der CVP an der Wählerbasis zu verdeutlichen: „Wir verkörpern eine Politik der dargebotenen Hand, während andere Parteien eine solche der ‚hohlen Hand‘ – und wieder andere der ‚kalten Herzen‘ betreiben“, stellte Pfister vor mehr als 200 Gästen und Delegierten im Casino Frauenfeld klar. Die CVP halte die Schweiz zusammen, denn es gebe weder eine individuelle Freiheit ohne Gemeinschaft noch wirtschaftlichen Wohlstand ohne soziale Verantwortung – und schon gar keine Weltoffenheit ohne die Stärke unseres politischen Systems.

Wähleranteil ausbauen

Parteipräsident Paul Rutishauser zeigte sich überzeugt davon, dass die CVP mit den attraktiven Listen den letztmaligen Wähleranteil von etwas über 13 Prozent „halten und sogar ausbauen“ könne. Ständerätin Brigitte Häberli pflichtete dieser Zielsetzung bei und schloss angesichts jüngster Bewegungen in der Parteienlandschaft einen zusätzlichen zweiten Nationalratssitz nicht partout aus. Diese optimistische Einschätzung teilten auch die 77 anwesenden kantonalen Delegierten: Sie nominierten die 12 Kandidatinnen und Kandidaten auf den zwei Nationalratslisten ebenso einstimmig wie die Kandidatur von Brigitte Häberli als Ständerätin.

Häberli 2022 zehnte Thurgauer Ständeratspräsidentin

Für ihre dritte Amtszeit im Ständerat nominierte die CVP mit Brigitte Häberli (Bichelsee) ihre erfahrenste Bundespolitikerin. Die nach der Wahl von Karin Keller-Sutter in den Bundesrat allein als bisherige wiederkandidierende Frau ins „Stöckli“ wurde im Dezember ins Büro des Ständerats gewählt, womit sie im November 2022 mit grosser Wahrscheinlichkeit zur Ständeratspräsidentin für das Amtsjahr 2022/2023 gewählt werden dürfte. Das wirft 10 Jahre nach dem Nationalratspräsidium von Hansjörg Walther (2011/12) wiederum ein positives Licht auf den Thurgau. Brigitte Häberli wäre in der Geschichte der Eidgenossenschaft die zehnte Ständeratspräsidentin aus dem Thurgau – und naheliegender Weise die erste Frau. Der letzte Vorsitzende aus dem Thurgau war vor 46 Jahren FDP-Ständerat Hans Munz.

Hauptliste und „Nachwuchs-Liste“

Die Hauptliste für den Nationalrat trägt die Namen der wichtigsten Politiker der Thurgauer CVP. Allen voran steht Nationalrat Christian Lohr aus Kreuzlingen, der 2015 als „Panaschierkönig“ unter sämtlichen Kandidierenden hervorgegangen war und ein drittes Mal für die Grosse Kammer antritt. Erneut der Wahl stellt sich auch Josef Gemperle (Buhwil). Bei den letzten Wahlen erreichte der engagierte Energie- und Umweltpolitiker hinter Christian Lohr den ersten Ersatzplatz. Ebenfalls als Wiederkandidierende treten Anne Varenne (Uesslingen) und Kantonsrätin Maja Bodenmann (Diessenhofen) an, und abgerundet wird die „Top-Liste“ durch den frisch gewählten Arboner Stadtpräsidenten und Kantonsrat Dominik Diezi sowie die Hinterthurgauer Kantonsrätin Sabina Peter Köstli (Ettenhausen).

Auf ihrer „Nachwuchs-Liste“ präsentiert die CVP weitere sechs Kandidierende. Bemerkenswerterweise stellen sich eher wirtschaftsnahe Persönlichkeiten der Herausforderung: Markus Berner (Amriswil) ist Diplomierter Betriebswirtschafter, Michael E. Nägeli (Romanshorn) führt ein Informatik- und Kommunikationsunternehmen, und die Bischofszeller Stadträtin Nina Rodel ist eine ausgewiesene Hotelfachfrau. Mit Anja Scholz (Islikon) tritt eine Rechtsanwältin in den Ring – ebenso der Wirtschaftsinformatiker Patrick Siegenthaler (Herdern), derzeit Präsident der Primarschulgemeinde Herdern-Dettighofen. Abgerundet wird das Tableau durch die Fachlehrerin Sandra Stadler (Güttingen).

Gerhard Pfister zeigte sich in Frauenfeld sehr angetan von der guten Mischung und dem hohen Ansehen der Kandidatinnen und Kandidaten und ermunterte die Thurgauer CVP, jetzt „beherzt auf die Strasse zu gehen und für die Partei zu kämpfen“. Einen thematischen Steilpass liefere dabei auch die Initiative für die Kostenbremse im Gesundheitswesen.

Kandiderende CVP Thurgau eidgenössische Wahlen 2019
Von links: Dominik Diezi (Arbon), Anja Scholz (Islikon), Maja Bodenmann (Diessenhofen), Michael E. Nägeli (Romanshorn), Nina Rodel (Bischofszell), Markus Berner (Amriswil), Sandra Stadler (Güttingen), Ständerätin Brigitte Häberli (Bichelsee), Patrick Siegenthaler (Herdern), Anne Varenne (Uesslingen), Nationalrat Christian Lohr (Kreuzlingen), Sabina Peter Köstli (Ettenhausen), Josef Gemperle (Buhwil)